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130 Jahre Stadtgeschichte - 130 Jahre Stadtmuseum

online seit Donnerstag, dem 24. September 2009 um 09:09:32 Uhr

Das Stadtmuseum Schleswig ist nicht nur eines der ältesten Museen Schleswig-Holsteins, sondern auch eines der traditionsreichsten in ganz Deutschland: Aus einer Bürgerinitiative des 19. Jahrhunderts entwickelte sich eine professionell geführte Kultureinrichtung, die immer wieder mit spannenden und ungewöhnlichen Angeboten begeistert.

 

Link zur Internetseite des Stadtmuseums 

 

Die Anfänge des Stadtmuseums reichen zurück bis in das Jahr 1879. Damals gründeten Schleswiger Bürger den „Verein für Sammlung und Konservierung vaterländischer Altertümer in der Stadt Schleswig“. Dieses historische Ereignis markiert die Geburtsstunde des Stadtmuseums. Schon 1884 konnte der Verein eine erste kleine Dauerausstellung in der damaligen Gewerbeschule anbieten. Als 1892 das Gebäude Gallberg 3, heute Sitz des Bauamtes, von der Stadt für museale Zwecke zur Verfügung gestellt wurde, begann die eigentliche Erfolgsstory des Stadtmuseums: Unter dem Namen „Altertumsmuseum“ entstand hier eine Dauerausstellung zur Geschichte, Kultur und Volkskunst Schleswigs und der umliegenden Region. Träger dieser Aktivitäten war ein im Jahr 1903 neu gegründeter Verein, der „Altertumsverein für Schleswig und Umgebung“. 1930 ließen die Ausgrabungen zur Geschichte der Wikingerzeit am Haddebyer Noor den Plan reifen, ein städtisches Haithabu-Museum in Schleswig aufzubauen. Dafür stellte der Magistrat 1932 den Günderothschen Hof in der Friedrichstraße zur Verfügung unter der Maßgabe, die Bestände des Altertumsmuseums dort mit aufzunehmen. So entstand 1934 das „Schleswig-Haithabu-Museum“. Nachdem das Haus in den Wirren des Krieges und auch nach 1945 mehrere Jahre zur Unterbringung von Flüchtlingen und Vertriebenen genutzt wurde, konnte in den 1950er Jahren erfolgreich damit begonnen werden, das Museum mit einem klaren Konzept neu aufzubauen. Heute präsentiert sich das Stadtmuseum mit seinen vielfältigen Angeboten – den stadtgeschichtlichen Abteilungen, der Spielzeugsammlung Dr. Gunkel, dem Teddy Bär Haus mit angeschlossenem Internet-Café und Souvenirshop, der Historischen Druckerei und dem S-Foto Forum sowie den Dependancen Holm-Museum und Museum für Outsiderkunst – als eines der lebendigsten Museen in Schleswig-Holstein. Die Aktivitäten des Stadtmuseums Schleswig, schrieb ein Journalist einmal über die Museumsszene im Norden, „sind ein Beispiel für den Weitblick und Ideenreichtum selbst kleiner Häuser, die wissen, dass sie im ‚Kampf‘ um die Besucher nur mit attraktiven und unverwechselbaren Angeboten eine Zukunft haben“. In der Geschichte des Stadtmuseums spiegelt sich auch die Entwicklung Schleswigs in den vergangenen 130 Jahren wider. Die Ausstellung zeichnet deshalb in großer thematischer Bandbreite nach, was sich in der Schleistadt in diesem Zeitraum ereignete – bewegende Momente des öffentlichen Lebens, aber auch spannende Episoden aus dem Alltagsgeschehen. Die Ausstellung vermittelt so ein farbiges, facettenreiches Bild der neueren Geschichte der Stadt. Die Exponate stammen aus den Beständen des Stadtmuseums, des Kreis- und Stadtarchivs, des Gebäudemanagements Schleswig-Holstein AöR sowie der Schleswiger Stadtwerke GmbH. In einer ergänzenden Sonderschau präsentiert Karl Rathjen im Wechsel Ausschnitte aus seiner umfangreichen stadt- und postgeschichtlichen Sammlung. In einer weiteren Sonderpräsentation gibt der Fotoclub Schleswig e.V. Einblicke in seine Dokumentation von herausragenden Projekten wie dem Stadtjubiläum 2004 und der Landesgartenschau 2008. Die Volkshochschule begleitet die Ausstellung mit einer Veranstaltungsreihe aus Vorträgen und Führungen, beides unter maßgeblicher Mitarbeit der Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte.