Bildung, Familie, Sport Kooperationen & Prävention Der Kriminalpräventive Rat der Stadt Schleswig
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Infos: 10-jähriges Bestehen des Kriminalpräventiven Rates
Kriminalpräventiver Rat
der Stadt Schleswig

eine kleine Rückschau auf die Jahre
1996 - 2006

21. März 1996: Flensborg Avis meldet „Gewalt und Drogen im Jugendzentrum.“
Der Drogenkonsum fand, wie sich herausstellte, nicht im städtischen Jugendzentrum, sondern in dessen Umfeld statt. Dies war der Beginn einer öffentlichen Diskussion über die Frage, wie man dem Drogenkonsum präventiv begegnen kann.

29. April 1996: Erstes Gespräch zur Gründung einer Projektgruppe zur Sucht- und Drogenproblematik im Schleswiger Rathaus; Teilnehmer: Vertreter von Stadtverwaltung, Polizei, Diakonischem Amt, Gesundheitsamt sowie Jugendamt des Kreises Schleswig-Flensburg. In der Folge werden weitere Gespräche mit Selbsthilfegruppen sowie Lehrerinnen und Lehrern geführt, an deren Ende zwei Arbeitsgruppen gebildet werden: AG „Jugend, Sucht- und Gewaltprävention“ und AG „Jugend und Freizeit“. Die Leitung der erstgenannten Gruppe übernimmt ab Juni 2000 Petra Neumann.

Als konzeptioneller Rahmen beider Arbeitsgruppen fungiert seit November 1996 der Kriminalpräventive Rat der Stadt Schleswig (KPR); dessen Vorsitzender ist Bürgermeister Klaus Nielsky, ab 2002 Bürgermeister Thorsten Dahl und ab 2014 Bürgermeister Dr. Arthur Christiansen. Seit der Gründung obliegt die KPR-Geschäftsführung einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Im März 1999 geht die AG „Jugend und Freizeit“ in den sog. „Runden Tisch“ der vernetzten Jugendarbeit über.

Die wesentlichen KPR-Projekte seit seiner Gründung: Die AG „Jugend und Freizeit“ startet 1997 eine Fragebogenaktion unter den Schülerinnen und Schülern, um zu erfahren, welche Freizeiteinrichtungen im Stadtgebiet vorrangig besucht werden, welche Defizite und Wünsche bestehen. Über 1000 ausgefüllte Fragebögen gehen daraufhin beim KPR ein (sensationelle Rücklaufquote von 63 Prozent). Ergebnis: Die meisten Jugendlichen wünschen sich mehr Sportangebote einschließlich Inliner- bzw. Skaterbahn.

Die AG „Jugend und Freizeit“ formuliert daraufhin Ansätze für die zukünftige Jugendarbeit in Schleswig, die von der Stadt ausnahmslos aufgenommen und umgesetzt werden. Dazu zählen: Regelmäßige Einbindung von Kindern und Jugendlichen durch jährliche Einwohnerversammlungen zu jugendrelevanten Themen; halbjährliche Jugendvollversammlungen; Bildung des „Fachdienstes für junge Menschen“; Vernetzung der Freizeitangebote.

KPR und Kreisjugendamt lassen 1997 das Theaterstück „Take That! Rave den Dealer!“ durch die Theatergruppe comic on! aus Köln aufführen (Thema: Drogen und Gewalt; Lernen, NEIN SAGEN zu können.


Mitternachtssport wird im Sommer 1997 eingeführt (sonnabends 22 bis 2 Uhr) mit kostenlosem Bus-Shuttle im Stadtgebiet; Ferienspaßkalender durch AG „Jugend und Freizeit“; Infoveranstaltung über das Projekt zur Vorbeugung gegen Gewalt, Diebstahl und Drogen „PIT“ – Prävention im Team; der KPR initiiert 1999 in Zusammenarbeit mit den Städten Rendsburg und Flensburg eine Ringveranstaltung des schleswig-holsteinischen Landestheaters mit der Theatergruppe comic on! zum Thema „Gewaltvorbeugung“; der KPR schließt gemeinsam mit dem Kreisjugendamt, der Mobilen Suchtberatung des Diakonischen Werkes und dem Mädchenverein Zimtzicken ein Aktionsbündnis zur Suchtvorbeugung.

1999 Plakatwettbewerb des KPR an allen Schulen zum Thema „Sucht“ mit 105 Klassen- und Einzelentwürfen. Die Besten werden für schulische Präventionsmaßnahmen an Schulen ausgeliehen, die prämierten Bilder werden im städtischen Jugendzentrum ausgestellt.

Amnesty International, Frauenwerkstatt Saheli, Ahmadiyys Gemeinde, Projekt KOOPFA, Selbsthilfeverein ZUHAUS, Gleichstellungsstelle der Stadt und die Traumwerkstatt führen zusammen mit dem KPR die Veranstaltung „FAIRStändnis – ein internationales Begegnungsfest zur Integration ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger“ durch.

Im Juni 2000 findet in Schleswig unter dem Motto „Prävention in Stadtteilen“ der 2. schleswig-holsteinische Präventionstag statt. Schleswigs Partnerstädte Vejle (Dänemark) und Mantes-la-Jolie (Frankreich) stellen eigene Beiträge vor. Infolge des Präventionstages stellt das Baugeschäft Udo Wagner eine Wohnung im Ilensee zur Verfügung, die von den Bewohnern der Wohnanlage als Treffpunkt genutzt werden kann. Der KPR und das Sozialforum Kappeln e.V. entwickeln für das „Ilensee-Forum“ ein Konzept und akquirieren Fördermittel. Eröffnet wird der neue Treffpunkt im Februar 2001.

Im Oktober 2000 beginnt das KPR-Patenschaftsprojekt „Plan haben“. Im KPR-Jubiläumsjahr 2006 haben 12 Patenkinder und Paten freiwillig einen Vertrag abgeschlossen. Die ehrenamtlichen Paten werden zu „erwachsenen Freunden“ der Kinder und Jugendlichen und helfen ihnen bei deren Alltagsproblemen. Häufig können Alternativen zur derzeitigen Lebensweise aufgezeigt werden. Unterstützt wird das ehrenamtliche Projekt zurzeit von 18 Männern und Frauen, die einen nicht geringen Teil ihrer Freizeit den jungen Menschen zur Verfügung stellen. Koordiniert wird die projektbezogene Arbeit durch eine Lenkungsgruppe. Seit 2004 gibt es „Plan haben“ auch im Amtsbereich Tarp-Oeversee. Unter Mitwirkung der Schleswiger Projektverantwortlichen entwickelt sich „Plan haben“ seit Herbst dieses Jahres auch in der Gemeinde Kropp. Dank guter Lobbyarbeit genießt das vor sechs Jahren begonnene Projekt bei Politik, Wirtschaft sowie sozialen Einrichtungen und Behörden in Schleswig und der Region eine hohe Akzeptanz; es gilt inzwischen als unverzichtbar. Mehr Informationen enthält: www.plan-haben.de .

KPR-Sondersitzung am 14. Februar 2001: Unter dem Motto „Multikulti in Schleswig“ diskutieren die Mitglieder des KPR die Frage, wie man bereits frühzeitig ersten Tendenzen rechtsextremistischer Neigungen entgegentreten kann. Daraus entsteht die Veranstaltungsreihe „Gewaltlos – Macht los?!“, deren Zielgruppe vor allem Jugendliche, Eltern und Lehrer sind. Man will über Toleranz, Migration, rechte Gewalt und Musik aufklären und auch Auswege aus der Gewalt aufzeigen. Innerhalb kurzer Zeit finden nicht weniger als sieben Veranstaltungen statt. Bei „Raus aus der Szene?!“ berichten zwei Aussteiger aus der rechtsradikalen Szene über den Weg in und aus dem Kreis des rechten Netzwerkes. Wegen diverser Drohanrufe musste die Veranstaltung „Rechte Gewalt in Norddeutschland“ unter Polizeischutz stattfinden. Am 30. August 2002 wird die Veranstaltungsreihe „Gewaltlos – Macht los?!“ mit dem 2. Platz des Schleswig-Holsteinischen Präventionspreises der Landespolizei ausgezeichnet. Am 20. April 2004 gibt es eine szenische Lesung mit dem Schleswiger Schauspieler Franz Kratochwil: „Mein Kampf“.

Mit der KPR-Veranstaltung „Papis in die Kitas . . . Männer können’s auch . . .“ wird in Schleswig-Holstein Neuland betreten. Nirgends gibt es ein Projekt für Kinder im Kindergartenalter, das über die fortwährende Ungleichheit der Förderungen im Elementarbereich aufmerksam macht, das die Gleichstellung von Jungen einfordert, ehrenamtliches Engagement von Männern unterstützt und gleichzeitig etwas im Bereich Gewaltprävention anbietet. Das Projekt verläuft erfolgreich und es wird viel über das Phänomen gesprochen, dass es so wenige männliche Vorbilder im Kleinkind- und Grundschulalter gibt. An dem zunächst regionalen Projekt beteiligen sich Kindergärten aus ganz Schleswig-Holstein. Der erste Preis geht an den städtischen Kindergarten Stadtfeld für das Projekt „Lirum, Larum, Löffelstiel“ – ein Schleswiger Kinderarzt hatte mehrere Monate mit der Ganztagskindergartengruppe einmal wöchentlich gekocht.

„Erfurt und die Folgen“ ist das Thema einer KPR-Sondersitzung im Mai 2003 in der Jugendanstalt Königswiller Weg mit zwei Anti-Aggressions-Trainern, zu der auch die Schulleiter eingeladen werden. Bei der Ausstellung in der Kreisberufsschule „Anne Frank – eine Geschichte für heute“ im Sommer 2003 beteiligt sich der KPR als Kooperationspartner.

„Immer mehr Jugendliche greifen zur Flasche – und das nicht nur ab und zu, sondern geplant exzessiv“, so bringt es eine Jugendschutzbroschüre der Bundesregierung auf den Punkt. Trotz Verbots werden immer wieder branntweinhaltige Getränke an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre verkauft. Auch in Schleswig ist der Siegeszug von „Alcopops“ nur schwer zu stoppen. Der KPR lässt daraufhin durch die Betroffenen bei Schleswiger Tankstellen, in Supermärkten und an Kiosken Testkäufe durchführen. Lediglich einige Tankstellen fallen durch, im Großen und Ganzen wird das Verkaufsverbot beachtet.

„Handy geklaut, was nun?“ – um hierauf eine Antwort zu geben, startet der KPR im Winter 2003 eine Aufklärungskampagne, durch die auf die Bedeutung der so genannten „IMEI-Nummer“ hingewiesen wird.

Auf den Königswiesen findet im Juni 2004 der „Markt der Möglichkeiten“ statt. Der KPR beteiligt sich mit einem Informationsstand und führt eine Bürgerbefragung zum Thema „Sicherheit geht alle an!“ durch. Die Auswertung der knapp 200 Fragebögen macht deutlich: Schleswigs Bürgerinnen und Bürger wünschen sich auf den Straßen eine größere Polizeipräsenz, ferner sollen an bestimmten Stellen im Stadtgebiet zusätzliche Straßenlaternen aufgestellt werden. Daraufhin: Die Polizei kündigt mehr Präsenz an und die Stadtverwaltung lässt – nach einer vom KPR initiierten Beleuchtungsschau – an dunklen Stellen zusätzliche Straßenlaternen installieren.

Der KPR informiert sich im November 2004 im Rahmen einer interdisziplinären Fortbildungsveranstaltung des Frauenzentrums Schleswig über das Thema „Stalking“. Beleuchtet wird die psychosoziale, die polizeiliche und die juristische Seite.

Am 12. Januar 2005 beginnt eine neuartige Zusammenarbeit zwischen dem KPR der Stadt Schleswig und den Amtsvorstehern der Ämter Haddeby, Schuby und Tolk. Ziel: Da die Kriminalität und damit die vom KPR behandelten Themen an der Stadtgrenze nicht halt machen, soll die Präventionsarbeit großräumiger durchgeführt werden.

Am 19. Januar 2005 kommen die Mitglieder des KPR erstmalig mit den Vorsitzenden der in der Schleswiger Ratsversammlung vertretenen Fraktionen sowie mit den Vorsitzenden des Ausschusses für Schulen, Kultur und Touristik und des Sozial-, Jugend- und Sportausschusses zu einem „runden Tisch“ zusammen. Es wird vereinbart, diese gemeinsamen Gespräche einmal jährlich im Januar oder Februar durchzuführen. Die Zusammenkünfte sollen der Kontaktpflege dienen, ferner sollen durchgeführte Projekte analysiert und künftige Vorhaben besprochen werden.

In seiner Sitzung am 16. Februar 2005 beschließt der KPR, das skandinavische Präventionsprojekt „Nacht-Raben“ auch in Schleswig umzusetzen. „Amtshilfe“ gewähren die „Natte Ravnene“ aus dem dänischen Padborg. Die dänischen Partner sponsern auch die ersten 20 gelb-blauen Einsatzjacken. Im Februar 2006 beginnen 20 „Nacht-Raben“ ihre sechsteilige Ausbildung. Ihren ersten Einsatz haben die Ehrenamtler auf dem Schleswiger Dommarkt am 28. April 2006. Das Jugendschutzprojekt, das der KPR in Kooperation mit dem Kinder- und Jugendschutz des Kreises Schleswig-Flensburg durchführt, will Jugendlichen helfen, wenn Hilfe nötig ist. Deshalb suchen die „Nacht-Raben“ die Nähe zu den jungen Menschen. Neben den eher lebhaften Örtlichkeiten vor Diskotheken sind dies auch die eher stillen Orte, wo sich in den Abendstunden Jugendliche treffen. Das können Park- und Sportanlagen, Schulgrundstücke oder auch Kinderspielplätze sein. Ihr Rat ist auch durchaus gefragt, das wird bereits bei den ersten Einsätzen deutlich. Allein durch miteinander Reden wird Vertrauen aufgebaut und aggressives Verhalten abgebaut. Nicht selten hören die „Nacht-Raben“ bei ihrem Eintreffen die Jugendlichen rufen: „Wir haben schon auf euch gewartet.“ Nach weniger als einem halben Jahr hat sich herumgesprochen, dass die „Nacht-Raben“ Straßen, Plätze und auch Veranstaltungen durch ihre Präsenz sicherer machen. Mehr Informationen unter: www.nachtraben.info.

Im Mai 2005 beschließt der KPR, die empirische Untersuchung „Gewalt an Schulen aus der Sicht der Lehrenden“ durchzuführen. Infolge der ab 2005 institutionalisierten Zusammenarbeit mit den Ämtern Haddeby, Schuby und Tolk wird die Befragung auch auf die Schulen im Wirtschaftsraum Schleswig ausgedehnt. Das Projekt findet schnell die Unterstützung des Kieler Bildungsministeriums und der Kreis-Schulrätin. Die Schulleitungen sowie die Schul-Personalräte werden von Anfang an mit eingebunden; verteilt werden 550 Fragebögen, von denen 250 ausgefüllt beim KPR eingehen. Die Auswertung übernehmen zwei Studierende der Kieler Christian-Albrechts-Universität; Prof. Dr. jur. Heribert Ostendorf begleitet das Projekt und stellt damit die Einhaltung des wissenschaftlichen Standards sicher. Das Umfrageergebnis: Es besteht kein alarmierendes Bild über Gewalt an Schulen im Schleswiger Raum. Die Lehrkräfte schätzen die verbale Gewalt als das dominierende Problem ein; mittel bis schwere Delikte nehmen nur eine verhältnismäßig untergeordnete Rolle ein.

Ihr Einsatz ...

... damit
unsere Kinder
sicherer sind!

In der KPR-Arbeitsgruppe „Jugend, Sucht- und Gewaltprävention“ arbeiten zurzeit mit:
Jugendstiftung Winkler, Kriminalpolizei Schleswig, Paritätischer Wohlfahrtsverband Schleswig-Flensburg, Jugendzentrum, Präventionsbeauftragter der Polizei, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Schleswig, Amtsgericht Schleswig, Kreis Schleswig-Flensburg, Staatsanwaltschaft beim Landgericht Flensburg, Jugendpfarramt, Bewährungshilfe Schleswig, Amt für Schule, Jugend und Soziales, Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin e. V., TSV Friedrichsberg-Busdorf, Sozial-Forum e. V. Schleswig, Weißer Ring Schleswig, Berufsfortbildungswerk (BFW), Juki-Treff, Polizei-Zentralstation Schleswig, Projekt Sport gegen Gewalt in Schleswig, Kindergärten der Stadt Schleswig, Kinderschutzbund Schleswig St. Jürgen Schule, Kampfkunstschule, Diakonisches Werk Schleswig, Amtsverwaltungen Schuby, Haddeby und Tolk, Präventionsbeauftragter des ADAC, Seniorenbeauftragter sowie Arbeiterwohlfahrt (AWO).



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