Bildung, Familie, Sport Kooperationen & Prävention Der Kriminalpräventive Rat der Stadt Schleswig
Hier klicken um die restlichen Infos anzuzeigen"Sicherheit geht alle an!"
Adresse: Die Fragebogenaktion "Sicherheit geht alle an" wird im Sommer 2012 fortgesetzt (Fragebogen siehe pdf-Datei zum Ausdrucken). Fragebögen in anderen Sprachen finden Sie am Ende des Artikels unter: Weitere Infos.
Dokumente: Fragebogen_deutsch.pdf
Infos: "Sicherheit geht alle an!"

Eine Aktion des Kriminalpräventiven Rates der Stadt Schleswig

Der Anlass:

Das Gefühl zu haben, sicher leben zu können, ist ein hohes Gut. Die Stadt Schleswig wie auch die Polizei sind deshalb bemüht, den Bürgerinnen und Bürgern dieses Gefühl zu geben. Um auch zu wissen, was getan werden müsste, damit Schleswig für die Menschen noch sicherer wird, hatte der Kriminalpräventive Rat der Stadt Schleswig (KPR) im Frühsommer 2004 eine Fragebogenaktion gestartet. Auf diesem Wege wurde den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit gegeben, präzise auf sogenannte "Schwachstellen" in Schleswig aufmerksam zu machen. Bis zum Ablauf der Aktion (Mitte September 2004) waren mehr als 200 ausgefüllte Fragenbögen bei der KPR-Geschäftsführung eingegangen.

Der Wunsch, mittels einer Befragung zu untersuchen, was in Sachen Sicherheitsgefühl verbessert werden müsste, war im Rahmen der Vorbereitungsarbeiten zum "Markt der Möglichkeiten" entstanden. Und so wurde die Fragebogenaktion "Sicherheit geht alle an!" in das Angebot des KPR am 19. Juni 2004 auf den Königswiesen mit aufgenommen. Die Bereitschaft der Besucherinnen und Besucher, sich ein wenig Zeit zu nehmen und den Fragebogen auszufüllen, übertraf unsere Erwartungen. Über 80 Prozent aller abgegebenen Fragebögen wurden beim KPR-Stand auf dem "Markt der Möglichkeiten" ausgefüllt.

Der Fragebogen wurde darüber hinaus über das Internet und über die Monatszeitschrift "Schleswig aktuell" angeboten.

Die Fragesteller:

Der Fragebogen wurde von einer Arbeitsgruppe erstellt, in der folgende Institutionen vertreten waren: Jugendstiftung Winkler, ADAC, TSV Friedrichsberg-Busdorf, WEISSER RING, Gleichstellungsstelle der Stadt Schleswig sowie Geschäftsführung des KPR.

Die Fragen:

Bei der Auswahl der Fragen ging es vordergründig darum,


•Auskunft darüber zu erhalten, wo man sich in Schleswig aus welchen Gründen eher nicht sicher fühlt


•zugleich wurde nach allgemeinen und konkreten Befindlichkeiten hinsichtlich bestimmter Örtlichkeiten, Situationen und Erscheinungsformen gefragt


•außerdem sollte die Befragung Aufschluss darüber geben, wie groß die Befürchtung ist, dass man selbst bzw. die eigenen Kinder Opfer einer Straftat werden; diese Frage bezog sich nicht nur auf Schleswig


•außerdem wollte man den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit einräumen, konkrete Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten

Anonymisiert wurden das Alter (eingeteilt in Altersgruppen) und das Geschlecht abgefragt. Wer wollte, konnte Namen, Anschrift und Telefon nennen und damit um Kontaktaufnahme bitten. Rund acht Prozent hatten daraufhin um ein persönliches Gespräch gebeten.

Die Einzelauswertung:

Die erste Frage sollte Aufschluss darüber geben, ob es in Schleswig Straßen und Plätze gibt, die von der Bevölkerung eher gemieden werden. 128 Personen meiden bestimmte Bereiche, 73 fühlen sich überall sicher. Auch wenn insgesamt 46 unterschiedliche Örtlichkeiten genannt wurden, so beziehen sich allein 96 aller 196 Nennungen auf vier Bereiche:


•Michaelisallee (39 mal genannt),


•Parkhaus Schwarzer Weg (22),


•Friedrichsberg (20)


•Königswiesen (15)

Die mit Abstand am häufigste genannte Begründung: Dunkelheit/Unübersichtlichkeit. Nach den Möglichkeiten gefragt, wie Abhilfe geschaffen werden könnte, wurden genannt:


•bessere Beleuchtung (87) sowie


•mehr Polizeistreifen (55).

Ein hoher Ausländeranteil als Grund für das Meiden bestimmter Örtlichkeiten wurde lediglich fünf mal (Friedrichsberg) genannt.

Leitsatz: Insbesondere dunkle und unübersichtliche Örtlichkeiten flößen Angst ein und lassen den Wunsch nach optimierten Lichtquellen und mehr Polizeipräsenz aufkommen.

Auffällig ist, dass öffentliche Parks während der Dunkelheit Unbehagen, Unsicherheit und Angst erzeugen. Von 186 Nennungen gaben lediglich 15 an, dort überhaupt kein Unbehagen pp. zu empfinden; demgegenüber wurde die Rubrik "sehr stark" 53 mal angekreuzt. Gänzlich anders sieht es bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel während der Abend- und Nachtzeit aus. Von den 172 Personen, die die Frage zwei beantwortet haben, empfinden lediglich sechs ein starkes Angstgefühl. Soweit öffentliche Anlage beschädigt und noch nicht wieder instand gesetzt sind, löst das bei der Mehrzahl der Befragten ein mittleres bis sehr starkes Unbehagen aus. Das Gleiche gilt für Aufenthaltsorte von Nichtsesshaften, gewaltbereit wirkenden Jugendlichen und aggressiven Bettlern. Von Farbschmierereien fühlen sich die meisten eher überhaupt nicht belästigt. Verunreinigungen und Müll auf Straßen, Wegen und Plätzen sind Erscheinungsformen, die tendenziell bei den Bürgerinnen und Bürgern eher Unbehagen aufkommen lassen.

Leitsatz: Die öffentlichen Verkehrsmittel sind auch während der Abend- und Nachtzeit sicher und erzeugen nur bei sehr wenigen Unbehagen, Unsicherheit und Angst.

Von den 38 genannten Örtlichkeiten, die bei den Befragten Unbehagen, Unsicherheit und Angst erzeugen, wurden 26 nur einmal erwähnt. In fünf Fällen liegen die Nennungen zwischen elf und max. 17. Genannt wurden:


•Parkhaus (17)


•Königswiesen (14)


•Friedrichsberg (17)


•Bahnhof/Alte Bahntrasse (11) und


•Michaelisallee (11)

wobei als Ursache insbesondere erneut eine unzureichende Ausleuchtung wie auch alkoholisierte Personen/Gruppen/Jugendliche angegeben wurden.

Leitsatz: Die Auswertung der Frage 3 hat ergeben, dass fünf Örtlichkeiten in Schleswig Unbehagen, Unsicherheit oder Angst erzeugen.

Dass sich die Menschen in Schleswig sicher fühlen, lässt das Resultat der Frage 4 erkennen. 159 von 171 Befragten gehen davon aus, dass sie in Schleswig eher kein Opfer einer Straftat werden. Nur zwölf halten die Gefahr für hoch oder gar sehr hoch. Nach der Befürchtung im Allgemeinen und im Speziellen (Schleswig) befragt, gilt Schleswig als sehr sicher. Die beiden positiven Werte für Schleswig gelten grundsätzlich auch für die Auswertung der Frage, wie groß die Befürchtung sei, dass das eigene Kind Opfer einer Straftat werden könnte. Hierbei wird zwar erkennbar, dass die Befürchtung gleichwohl größer als bei den Eltern selbst ist, dennoch sprachen sich 73 Prozent für eine sehr niedrige bis mittlere Befürchtung aus.

Leitsatz: Das eigene wie auch das Befürchtungspotential für die eigenen Kinder ist zwar eher gering, gleichwohl muss davon ausgegangen werden, dass sich diese für Schleswig positiven Werte bei einer negativen Gesamtentwicklung auch verschlechtern können.

Eher aus statistischen Gründen wurde auch gefragt, ob man schon einmal Zeuge oder Opfer einer Straftat gewesen ist. Rund 50 Bürgerinnen und Bürger hatten diese Frage unter Nennung des Ortes (auch außerhalb Schleswigs), des Zeitpunktes und des Deliktes beantwortet. Wieder wurde die Michaelisallee genannt (3 x), die bereits auch bei der Beantwortung anderer Fragen eine Rolle gespielt hat.

Die Fragebogenaktion war darauf angelegt, von "Schwachstellen" Kenntnis zu bekommen. Zugleich sollte die Möglichkeit gegeben werden, Vorschläge zur Verbesserung des Sicherheitsgefühls zu unterbreiten. Knapp 50 unterschiedliche Vorschläge sind vorgetragen worden, wobei allein 36 Vorschläge nur ein- oder zweimal genannt wurden. Zu den Vorschlägen im zweistelligen Bereich gehören:


•mehr Polizeistreifen/Polizeipräsenz (64 Nennungen)


•bessere Beleuchtung/mehr Straßenlaternen (27)


•Polizeikontrollen (10)

Leitsatz: Das Sicherheitsgefühl ließe sich durch eine verbesserte Beleuchtung und durch mehr Polizeipräsenz auf den Straßen verbessern.

Die Beantworter:

An der Umfrage haben sich zu etwa zwei Dritteln Frauen beteiligt. Größtenteils waren Frauen im Alter zwischen 41 und 60 Jahre bereit, die Fragen zu beantworten. Am wenigsten beteiligt haben sich junge Männer bis zum 20. Lebensjahr (nur 2 Nennungen).

Das Fazit:

Die Resonanz zeigt, dass der KPR richtig gehandelt hat, indem er das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger hat abfragen lassen. Die Aktion diente als Forum und ließ auch zweifelsfrei erkennen, woran es laut Umfrageergebnis in Schleswig fehlt: zunächst an einer ausreichenden Straßenbeleuchtung sowie an Polizeibeamten auf der Straße. Sollte man diese beiden Voraussetzungen schaffen können, würde man möglicherweise auch die Örtlichkeiten, die zurzeit eher gemieden werden (Michaelisallee, Parkhaus, Friedrichsberg und Königswiesen), zu Zonen machen, in denen man sich nicht unsicher fühlt.

Die Fragesteller sind sich darüber im Klaren, dass die Fragebogenaktion nicht den Anspruch einer Repräsentativbefragung erheben kann. Sie zeigt aber wichtige Tendenzen auf.


Der Blick auf weitere Aktivitäten:

Die Aktion hat gezeigt, dass insbesondere größere Veranstaltungen als Foren für Befragungen dienen können. Weniger repräsentativ dagegen scheint eine Befragung mittels Zeitschrift oder elektronischer Medien zu sein.

Die positive Resonanz auf die persönliche Ansprache anlässlich des "Marktes der Möglichkeiten" lässt auch die Feststellung zu, dass dem Fragesteller, also dem KPR, die Kompetenz und die Kontakte zuerkannt werden, Schwachpunkte zu erkennen und für Verbesserungen einzutreten.

Konkret wird das Ergebnis mit den Stellen besprochen, die für die Straßenbeleuchtung verantwortlich zeichnen. Außerdem wird in einen Dialog mit der Polizei eingetreten.

Die Bürgerinnen und Bürger, die um ein persönliches Gespräch gebeten hatten (s. Seite 1), sind inzwischen angehört worden; Ergebnis: Durchführung einer Beleuchtungsschau im Stadtgebiet im Januar 2005, um "Angsträume infolge unzureichender Straßenbeleuchtung" zu ermitteln.

Befragungen dieser Art sollen wiederholt, ggf. auch erweitert werden, sobald das Erfordernis gesehen wird und sich ein Anlass wie in diesem Jahr bietet.


Verfasser: Kriminalpräventiver Rat der Stadt Schleswig, Rathaus, 24837 Schleswig

Weitere Infos: http://www.schleswig.de/start.php?op=artikeldetails&ID=6425
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