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Pressemitteilung Nr. 17 – 087 vom 7. März 2017 Vortrag über die Erforschung Haithabus in der Zeit des Nationalsozialismus am 14.3.

Pressemitteilung Nr. 17 – 087 vom 7. März 2017

Vortrag über die Erforschung Haithabus in der Zeit des Nationalsozialismus am 14.3.

Die Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte und das Stadtmuseum Schleswig laden am 14.3.2017 um 19.30 Uhr zu einer Vortragsveranstaltung in den „Roten Salon“ des Stadtmuseums ein. Dr. Volker Hilberg, Archäologisches Landesmuseum, wird über das Thema „Herbert Jankuhn und die Erforschung Haithabus in der Zeit des Nationalsozialismus“ referieren. Der Eintritt beträgt 2,50 €. Für alle Veranstaltungen der Gesellschaft für Schleswiger Stadtgeschichte gilt: Gäste, Freunde und Bekannte sind zur Teilnahme herzlich eingeladen!

Mit der erfolgreichen Wiederaufnahme der Grabungen in Haithabu im Jahr 1930 beginnt eine zehnjährige Erforschung der wikingerzeitlichen Stadt, die durch den Ausbruch des zweiten Weltkrieges im September 1939 vorerst eingestellt wird. Die Erforschung ist in besonderer Weise mit dem Ausgräber, Herbert Jankuhn, verbunden.

In einem Prozess nationaler Aneignung wird in dieser Zeit Haithabus Bedeutung nicht nur für Dänemark und Skandinavien, sondern auch für Deutschland und ein Ausgreifen des mittelalterlichen deutschen Reiches an die Ostsee verstanden. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten beginnt auch der Reichsführer der SS, Heinrich Himmler, sich für Haithabu zu interessieren. Der junge Grabungsleiter, Herbert Jankuhn, wird in die SS aufgenommen und macht in den folgenden Jahren eine beispiellose Karriere als Archäologe. Haithabu passt perfekt in die ideologischen Vorstellungen der SS und ihrer Wissenschaftsorganisation „Das Ahnenerbe“. Im Mittelpunkt des Vortrages stehen diese Entwicklungen und Vereinnahmungen der Haithabu-Forschung, die bis in die Nachkriegszeit nachgewirkt haben.