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Radschnellweg

„Neue Verbindungen auf alten Wegen“ - Schnelle Radverbindung auf der ehemaligen Kreisbahntrasse

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Fördermittelkennzeichen:      03KBR0096

Fördermittelzeitraum:            01.03.2020 bis 31.01.2025

Aktuelles:

- Landschaftspflegerischer Begleitplan ist an Pro Regione vergeben und in Bearbeitung

- Planungsleistungen befinden sich in der Vergabe

- Die Bestandsvermessung ist abgeschlossen

- Die Beschaffung der mobilen Abstellanlagen für Veranstaltungen befindet sich in konkreter Planung


1. Maßnahmen

Die Stadt Schleswig plant, die Radwegstrecke vom Bahnhof über den ZOB bis zu dem in der Entstehung befindlichen neuen Stadtteil „Auf der Freiheit“ zu optimieren und damit die Fahrzeit auf dieser Strecke zu verkürzen. Zusätzlich ist am ZOB und am Bahnhof die Einrichtung von Verleihstationen für je 15 E-Bikes vorgesehen. Als Ergänzung zu diesen Maßnahmen sollen mobile Abstellmöglichkeiten für 200 Fahrräder angeschafft und bei Großveranstaltungen auf temporären Fahrradparkplätzen aufstellt werden.

2. Maßnahmengebiet

Das Maßnahmengebiet beschränkt sich auf das Schleswiger Stadtgebiet und hier speziell auf das nähere Umfeld im Trassenverlauf der ehemaligen Kreisbahntrasse.

Innerhalb des Stadtgebietes von Schleswig verbindet die Trasse im Wesentlichen die Stadtteile Friedrichsberg (Bahnhof) – Innenstadt (ZOB) – „Auf der Freiheit“ (geplanter neuer Stadtteil). Die Maßnahme sieht vor, diese 3 Stadteile über eine schnelle Radverbindung miteinander zu verbinden und die Abstellmöglichkeiten für Fahrräder zu optimieren. Als ergänzende Maßnahmen sind die Einrichtung von Stationen für Leihfahrräder am Bahnhof und ZOB sowie die Anschaffung von mobilen Fahrradabstellanlagen für Großveranstaltungen geplant.

3. Alte Kreisbahntrasse

Die alte Kreisbahntrasse verläuft vom Bahnhof im Friedrichsberg über den Gottorfer Damm in die Innenstadt /Altstadt und weiter Richtung Osten nach Satrup und Kappeln. Gegenüber dem heutigen ZOB liegt der alte Kreisbahnhof, der heute als Hotel und Restaurant genutzt wird. Über den ehemaligen Kreisbahnhof war der zentrale Innenstadtbereich an das Bahnnetz angeschlossen. Mit der Stilllegung der Kreisbahntrasse 1992 wurde diese schienengebundene Anbindung aufgehoben und die alten Gleisanlagen sukzessive zurückgebaut. Im Innenstadtbereich erfolgte eine Umnutzung der Bahnflächen zugunsten des Ausbaus und der Verbreiterung des Gottorfer Dammes, der Schleistraße und der Königsstraße.

4. Ausgangssituation ÖPNV

Den größten Anteil am Fahrgastaufkommen im regionalen Busverkehr bilden die Schüler mit 80-90%. Nachteilig ist die große räumliche Entfernung (ca. 2,9 km) zwischen ZOB und Bahnhof. Zurzeit gibt es 2 Buslinien zwischen ZOB und Bahnhof, so dass der Bahnhof alle 30 Min. angefahren wird.

Der Kreis Schleswig Flensburg hat 2017 den „1. Regionalen Nahverkehrsplan des Planungsraumes I für den Zeitraum 2017-2021.“ aufgestellt. Der Planungsraum I umfasst den Kreis Schleswig-Flensburg, Kreis Nordfriesland und die Stadt Flensburg. In dem Nahverkehrsplan werden für Schleswig u.a. folgende Ziele definiert:

 „An den zentralen Verknüpfungspunkten zwischen SPNV sowie den Haupt- und Nebenrelationen des übrigen ÖPNV soll der Ausbau multimodaler Verkehrsangebote gefördert werden. Entsprechend wird die Vorhaltung der folgenden Verknüpfungsinfrastrukturen empfohlen:

 - Bike + Ride-Anlagen in Form überdachter Fahrradstellplätze,…

(…)Darüber hinaus ist die Erreichbarkeit zwischen ZOB-Standort und Bahnhof in Schleswig zu verbessern. (…)“

Diese Ziele decken sich mit der vom Kreistag am 24.06.2015 beschlossenen Strategie Schleswig-Flensburg 2030.

5. Ausgangssituation Radverkehr

Die Stadt Schleswig beabsichtigt, das vorhandene Radwegenetz in den nächsten Jahren an die Vorgaben der ERA 2010 anzupassen. Das Verkehrskonzept der Stadt Schleswig von 2015 zeigt viele Schwachstellen im Radverkehrsnetz auf. Es wurden Maßnahmen zur Verbesserung des Radwegenetzes vorgeschlagen, die kurz- und mittelfristig umgesetzt werden sollen. Radfahren in der Stadt Schleswig wird von vielen Radfahrern negativ beurteilt. Dies spiegelt sich in dem Ergebnis des ADFC Klimatests 2016 wieder. Dort belegt Schleswig den Platz 335 von 364 in der Kategorie Städte < 50.000 Einwohner. Die Hauptkritikpunkte sind:

- Radwege häufig zu schmal,

- schlechte Oberflächen,

- fehlende Abstellanlagen,

- fehlende Möglichkeiten zur Fahrradmitnahme im ÖPNV,

- mangelnde Werbung für das Radfahren in Schleswig.

Die Ratsversammlung der Stadt Schleswig hat daher in der Sitzung vom 24.09.2018 beschlossen, umfangreiche Maßnahmen zur Verbesserung des Fahrradverkehrs in der Stadt Schleswig durchzuführen. Der Bau der schnellen Radverbindung zwischen Bahnhof und Freiheit ist ein Ergebnis aus diesem Beschluss.

6. Bestehende Verhältnisse

Der Streckenabschnitt im Westen vom Bahnhof zum Gottorfer Knoten und der Abschnitt im Osten von der Mühlenbachbrücke bis an den östlichen Stadtrand sind wassergebunden ausgebaut und werden als Wanderwege genutzt. Die Wanderwege sind für den Radverkehr freigegeben. Die Breite der Wege variiert zwischen 1,50 m und 2,50 m. Auf dem Streckenteil vom Gottorfer Knoten bis zum ZOB sind beidseitig Radwege vorhanden.

7. Ziele des Projekts

- Steigerung der Attraktivität des Radverkehrsnetzes:

Durch eine komfortable, schnelle, sichere und gut ausgebaute Radstrecke vom Bahnhof über den ZOB bis zum neuen Stadtgebiet „Auf der Freiheit“ soll eine Grundlage für die Verlagerung vom motorisierten Individualverkehr auf den Radverkehr geschaffen werden. Veränderte Ampelschaltungen sowie weitere Einzelbaumaßnahmen zwischen dem Gottorfer Knoten bis zum Mühlenbach verbessern die Qualität für Radfahrende auf den vorhandenen Radweganlagen, während auf den Abschnitten davor und danach eine Entkopplung des Radverkehrs vom übrigen Verkehr auf der alten Kreisbahntrasse erwirkt wird.

- Optimierung der Erreichbarkeit Bahnhof/ZOB:

Die Trasse verbessert die Anbindung von ZOB und Bahnhof untereinander /der Kombinationen Rad/Bahn und Rad/Bus.

- Steigerung touristischer Attraktivität:

Der Radtourismus gewinnt in zunehmendem Maße an touristischer Bedeutung, da viele touristische Ziele in und um Schleswig in einer Entfernung von weniger als 10 km liegen und damit gut mit dem Fahrrad zu erreichen sind.

- Durchführung von Großveranstaltungen:

Die Durchführung von Großveranstaltungen wie z.B. die Wikingertage auf den Königswiesen, der Gottorfer Landmarkt auf der Schlossinsel oder Veranstaltungen auf dem Gelände „Auf der Freiheit“ sollen attraktiver mit dem Rad zu erreichen sein. Diese und weitere Veranstaltungen locken jedes Jahr mehrere tausend Besucher*innen nach Schleswig.

Durch die Einrichtung von mobilen Abstellanlagen wird dem widerrechtlichen Abstellen von Fahrrädern an Schildern, Masten, Zäunen und in Rettungswegen vorgebeugt und die Attraktivität, diese Veranstaltungen mit dem Rad zu besuchen, erhöht.

- Anbindung des neuen Stadtteils „Auf der Freiheit“:

Dieses neue Gebiet wird über die geplante Radwegtrasse an die Innenstadt und weiter an den Bahnhof angebunden.

 

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