Die Stadt Schleswig hat einen Prozess zur zukünftigen Ausrichtung des Stadtmuseums angestoßen. Anlass ist die einvernehmliche und gegenseitige Kündigung des bestehenden Leihvertrags zur Teddybär-Sammlung, der regulär zum Ende des Jahres 2026 ausläuft. In einer Pressekonferenz am 3. Februar erläuterte Bürgermeister Jonas Kähler, dass die Kündigung notwendig war, um eine automatische Verlängerung des Vertrags um fünf Jahre zu vermeiden. Ziel ist es, auf dieser Grundlage in neue Vertragsverhandlungen einzutreten und die künftige Ausrichtung des Museums zu gestalten.
Die Teddybär-Sammlung: Publikumsmagnet seit 2002
Seit dem Jahr 2002 präsentiert das Stadtmuseum Schleswig im Teddy-Bär-Haus eine umfangreiche Privatsammlung historischer Teddybären. Die Sammlung umfasst über 1.500 Teddybären sowie weitere Stofftiere und ist insbesondere bei Familien überregional bekannt. Die positive Resonanz des Publikums zeigt, dass das Museum Zuspruch erfährt und ein beliebter Besuchsort ist. Untergebracht ist die Ausstellung in einem Fachwerk-Seitengebäude des Günderothschen Hofes aus dem 18. Jahrhundert. Bis zum Vertragsende Ende 2026 bleibt das Teddy-Bär-Haus unverändert Bestandteil des Stadtmuseums und für Besucher*innen geöffnet.
Die Sammlung wurde von Mechthild und Annette Reichstein zusammengetragen und dem Stadtmuseum über viele Jahre als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Die Stadt Schleswig bedankt sich ausdrücklich bei Professor Joachim Reichstein und seiner Familie für das langjährige Vertrauen und die Möglichkeit, diese besondere Sammlung seit 25 Jahren öffentlich präsentieren zu dürfen.
Kooperationen und Publikumsresonanz
Wie Museumsleiterin Dr. Dörte Beier erläuterte, ist das Stadtmuseum in drei Säulen gegliedert: das Haupthaus mit den Ausstellungen zur Stadtgeschichte und Spielzeug, das Teddybär-Haus sowie wechselnde Fotoausstellungen. Insgesamt hatte das Stadtmuseum im letzten Jahr mit 24.054 Beuscher*innen (über 10.000 Besucher*innen im Teddybär-Museum) und damit das zweitbeste Ergebnis in der Museumsgeschichte. Bürgermeister Jonas Kähler betont: „Unser Stadtmuseum ist eine echte Perle für Schleswig und ein verlässlicher Anker im Quartier Friedrichsberg. Es bietet auch Kindern die Möglichkeit, Kultur hautnah zu erleben und spielerisch erste Erfahrungen mit Museen zu sammeln. Hier wird Lernen lebendig und Begegnung erlebbar.“
Das Museum pflegt zahlreiche Kooperationen, unter anderem mit KultiViert (JUZ, vhs, Stadtbücherei und Stadtmuseum) sowie mit Schulen und Kindergärten. 2025 nutzten 20 Schulklassen die Ausstellung „Wunderwerk Natur“. Ein besonderes Highlight in diesem Jahr ist die Ausstellung des Abschlussjahrgangs des Ästhetischen Profils der Domschule zum Thema „True Love“, die ab dem 14. Februar gezeigt wird.
Prozess der Weiterentwicklung und Zukunftsperspektive
Im Rahmen des Prozesses sind im Mai und Juni Workshops mit der Politik geplant, in denen eine Bestandsaufnahme durchgeführt und zentrale Fragen diskutiert werden: Wie kann das Stadtmuseum inhaltlich, finanziell und baulich optimal aufgestellt werden? Ziel ist es, Leitlinien und klare Ziele für die zukünftige Ausrichtung des Stadtmuseums zu definieren. Auf dieser Grundlage werden anschließend die Verhandlungen über eine neue Vereinbarung zur Teddybär-Sammlung geführt, sodass noch vor Ende 2026 eine Regelung getroffen werden kann.
Mit dem strukturierten Abstimmungsprozess, den Workshops mit der Politik und der Einbindung aller relevanten Akteur*innen legt die Stadt Schleswig die Grundlage dafür, die Weiterentwicklung des Hauses transparent, vorausschauend und breit abgestimmt vorzubereiten und zugleich sicherzustellen, dass das Stadtmuseum auch in Zukunft ein lebendiger, attraktiver und generationsübergreifender Ort für Kultur, Bildung und Begegnung bleibt.
