Im Rahmen einer öffentlichen Sitzung der Ratsversammlung ist Jonas Kähler am Mittwochabend feierlich als neuer Bürgermeister der Stadt Schleswig ernannt und vereidigt worden. Die Veranstaltung fand im Ständesaal des Rathauses statt und wurde von zahlreichen Gästen aus Politik, Verwaltung, Gesellschaft, Medien sowie von vielen Schleswiger*innen begleitet. Die Sitzung wurde zudem per Livestream übertragen.
Bürgervorsteherin Susanne Roß eröffnete die Sitzung und nahm die Ernennung und Vereidigung vor. In ihrem Grußwort – auch im Namen der Ratsversammlung – würdigte sie das Vertrauen der Bürger*innen in den neuen Bürgermeister. Symbolisch überreichte sie Jonas Kähler ein Lichthaus und zitierte Hermann Hesse mit den Worten: „In jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ Roß hob Kählers frische Ideen und seine zukunftsgerichteten Perspektiven für Schleswig hervor, darunter die Schaffung von mehr Wohnraum, die Sanierung der Innenstadt, den Bau des Kulturhauses sowie den Wunsch, Schleswig insbesondere auch für junge Menschen attraktiv weiterzuentwickeln. Für diesen Weg brauche es Mut, betonte sie. Besonders würdigte die Bürgervorsteherin zudem seine wertschätzende und transparente Kommunikation. Abschließend wünschte sie ihm für seine neue Aufgabe viel Erfolg, Kraft und eine gute Hand.
In seiner Antrittsrede dankte Bürgermeister Jonas Kähler den Bürger*innen für das entgegengebrachte Vertrauen. Zugleich machte er deutlich, dass er die unterschiedlichen Stimmen aus dem Wahlkampf ernst nehme, auch kritische und enttäuschte. Frust, Mutlosigkeit und das Gefühl, dass Dinge zu langsam vorangehen, seien für ihn ein klarer Auftrag zum Handeln.
„Schleswig kann mehr - das ist kein Wahlkampfslogan, sondern mein Anspruch“, betonte Kähler. Sein Ziel sei es, gemeinsam mit Verwaltung, Politik und Stadtgesellschaft eine klare Zukunftsvision für Schleswig zu entwickeln und mutig umzusetzen. Dabei wolle er Bewährtes fortführen und zugleich neue Wege gehen.
Der neue Bürgermeister kündigte an, zentrale städtische Vorhaben konsequent weiterzuverfolgen, darunter den Abschluss des Kulturhausbaus, die Innenstadt-Sanierung sowie die Sanierung der Flensburger Straße. Zugleich sprach er sich für mehr Tempo, Transparenz und eine strategische Herangehensweise aus, insbesondere mit Blick auf die angespannte Haushaltslage der Stadt.
Ein Schwerpunkt seiner Arbeit werde auf aktiver Stadtentwicklung liegen. Dazu zählen unter anderem die Vermarktung städtischer Grundstücke, die Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum, auch im geförderten Bereich, sowie die Weiterentwicklung von Gewerbeflächen zur Stärkung der Wirtschaftskraft. Große Chancen sieht Kähler zudem in der Entwicklung des neuen Stadtteils „Auf der Freiheit“ sowie in einer engeren interkommunalen Zusammenarbeit mit den Umlandgemeinden.
„Konsolidieren und Investieren müssen zwei Seiten einer Medaille sein“, so Kähler. Reines Sparen reiche nicht aus, um Schleswig zukunftsfähig zu machen. Vielmehr gehe es darum, mutig zu investieren, Strukturen zu verbessern und damit langfristig Handlungsspielräume zurückzugewinnen.
Weitere Grußworte sprachen Kristina Herbst, Präsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages sowie die Magdalena Finke, Ministerin für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport des Landes Schleswig-Holstein.
Landtagspräsidentin Kristina Herbst hat anlässlich der Amtseinführung von Jonas Kähler die besondere Verantwortung des Bürgermeisteramtes hervorgehoben. Mit seiner Wahl hätten die Bürger*innen von Schleswig ihm großes Vertrauen ausgesprochen, sagte Herbst, und fügte hinzu: „Ein Bürgermeister ist nicht nur Verwaltungschef, sondern vor allem Brückenbauer, Moderator und manchmal auch Mahner – er ist, um es mit einem Satz zu sagen, die Stadt.“ Sie sei überzeugt, dass Jonas Kähler diese Rolle mit Engagement und Augenmaß ausfüllen werde. Zugleich verwies Herbst auf die besondere Bedeutung Schleswigs als älteste Stadt des Landes und auf die großen Zukunftsaufgaben, vor denen die Kommune stehe – vom gesellschaftlichen Zusammenhalt bis hin zur kommunalen Infrastruktur. Diese Herausforderungen ließen sich nur im Dialog und mit Beteiligung aller bewältigen, betonte sie. Demokratie lebe von Verantwortung auf allen Ebenen, gerade aber in den Kommunen, wo Politik für die Menschen unmittelbar erfahrbar sei. Das Land Schleswig-Holstein werde die Städte und Gemeinden dabei auch weiterhin als verlässlicher Partner unterstützen.
Auch Innenministerin Magdalena Finke würdigte den neuen Bürgermeister und stellte die langjährige gemeinsame Zusammenarbeit im Innenministerium heraus: „Jonas Kähler und ich haben lange gemeinsam im Innenministerium gearbeitet, wir haben erfolgreich Projekte gestemmt, in denen Organisationstalent, Ruhe und Verantwortungsbewusstsein gefragt waren. Deshalb sage ich aus persönlicher Erfahrung: Der neue Bürgermeister Schleswigs kennt Verwaltung, er kennt und übernimmt Verantwortung, er sucht und findet pragmatische Lösungen und er interessiert sich für die Menschen, für die er arbeitet. Er ist jemand, der weiß, dass Politik und Verwaltung für die Menschen da sein müssen und der dies immer beherzigt."
Beide Rednerinnen wünschten Jonas Kähler für seine neue Aufgabe eine glückliche Hand und viel Erfolg.
Im Anschluss an die Sitzung fand ein Empfang in der Halle des Grauklosters im Rathaus statt, bei dem die Gäste Gelegenheit zum persönlichen Austausch hatten.
Mit der Amtseinführung von Jonas Kähler beginnt für die Stadt Schleswig eine neue Wahlperiode - verbunden mit dem erklärten Ziel, gemeinsam und mutig an einer positiven Zukunft für die Wikingerstadt zu arbeiten.




