Die Innenstadtsanierung in Schleswig schreitet sichtbar voran: Der provisorische ZOB wurde auf das Stadtfeld verlegt, das bestehende Parkhaus sowie das alte ZOB-Gelände werden z. Zt. zurückgebaut, um Platz für ein neues Parkhaus mit integriertem Bürgerforum als sogenanntem „Dritten Ort“ zu schaffen. Parallel dazu werden Erschließungsanlagen neugestaltet und zentrale Bereiche der Innenstadt funktional und gestalterisch aufgewertet. Ein weiterer wesentlicher Baustein dieses Gesamtprozesses ist die Entwicklung des ehemaligen Hertie-Geländes am Stadtweg 66–70.
Mit der Entwicklung und Bebauung des Areals an der Ecke Moltkestraße/Stadtweg soll der westliche Eingangsbereich der Fußgängerzone städtebaulich aufgewertet und nachhaltig gestärkt werden.
Städtebauliche Aufwertung als zentrales Ziel
Die Entwicklung der ehemaligen Hertie-Grundstücke ist ein wesentlicher Baustein der laufenden Innenstadtsanierung. Ziel ist es, die Einzelhandelsfunktion zu sichern und zu stärken sowie zusätzliche Impulse für eine lebendige Innenstadt zu setzen. Neben der Umgestaltung der Erschließungsanlagen sowie weiteren Projekten im Innenstadtbereich kommt der hochwertigen privaten Neubebauung eine besondere Bedeutung zu.
Planungs- und Verfahrensstand
Nach dem Abriss der Bestandsgebäude wurde ein Investor für die Neubebauung gesucht. Auf Grundlage eines Beschlusses des Bau- und Umweltausschusses vom 28. Juni 2022 wurde eine Anhandgabevereinbarung mit der Peters + Gruf Grundvermögen GmbH/Highstreet Development GmbH geschlossen.
Für die Umsetzung des Nutzungskonzepts ist die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens erforderlich. Der Aufstellungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 18 „Stadtweg 66 bis 70“ wurde am 24. April 2023 gefasst. Nach zwischenzeitlichen Anpassungen, u. a. aufgrund der angespannten Marktlage im Immobilien- und Bausektor, wurde das Konzept überarbeitet und wirtschaftlich neu ausgerichtet.
Der Bau-, Klimaschutz- und Umweltausschuss hat am 25. November 2025 den Entwurfs- und Veröffentlichungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst. Aktuell läuft die öffentliche Auslegung und Beteiligung. Ein Abschluss des Anhandgabeverfahrens ist im ersten Halbjahr 2026 vorgesehen.
Geplante Nutzung und Bebauung
Vorgesehen ist die Errichtung eines vier- bis fünfgeschossigen Gebäudekomplexes entlang des Stadtwegs und des künftigen öffentlichen Stadtplatzes an der Ecke Moltkestraße/Stadtweg. Ergänzend ist im rückwärtigen Bereich zur Michaelisallee eine Reihenhausbebauung geplant.
Insgesamt entstehen bis zu fünf Gewerbeeinheiten mit rund 1.000 Quadratmetern Fläche im Erdgeschoss. Darüber hinaus sind 82 Wohneinheiten mit ein bis vier Zimmern und Wohnungsgrößen zwischen etwa 40 und 110 Quadratmetern vorgesehen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf barrierefreiem und altersgerechtem Wohnraum in zentraler Lage.
Die Bruttogeschossfläche beträgt insgesamt rund 10.000 Quadratmeter, davon entfallen etwa 1.200 Quadratmeter auf eine Tiefgarage. Die Zufahrt zur Tiefgarage erfolgt über die Moltkestraße.
Neugestaltung des öffentlichen Raums
Parallel zur Neubebauung wird im Rahmen der Innenstadtsanierung auch die angrenzende Platzfläche neugestaltet. Geplant sind unter anderem Baumpflanzungen, Sitzmöglichkeiten mit Blick in Richtung Schlei sowie ein Wasserspiel. Damit soll die Aufenthaltsqualität im Eingangsbereich der Innenstadt deutlich erhöht werden.
Ausblick
Die Bauvorbereitungen und ein möglicher Baustart könnten noch in diesem Jahr erfolgen. Die Fertigstellung des Gesamtprojekts ist derzeit für das Jahr 2028 vorgesehen. Voraussetzung für die Umsetzung ist die Zustimmung der Ratsversammlung zum Verkauf des Grundstücks mit Baurecht.
Bürgermeister Jonas Kähler betont: „Mit der Entwicklung des ehemaligen Hertie-Geländes setzen wir einen wichtigen Impuls für die Zukunft unserer Innenstadt. Wir schaffen dringend benötigten, barrierearmen Wohnraum, stärken den Einzelhandel und gestalten einen attraktiven Stadteingang. Gemeinsam mit den weiteren Projekten der Innenstadtsanierung entsteht hier Schritt für Schritt ein lebendiges, zukunftsfähiges Zentrum für Schleswig.“


