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Grafik zeigt Visualisierung der Außenansicht des neuen Kulturhauses auf der Freiheit
Visualisierung der Außenansicht des neuen Kulturhauses auf der Freiheit

FAQ – Kostensteigerungen beim Bau des Kulturhauses

Im Rahmen der Bauarbeiten für das Kulturhaus gibt es weitere ungeplante Kostensteigerungen. Antworten auf die häufigsten Fragen sowie Hintergründe und der aktuelle Stand der Bauarbeiten.

Wie kommt es zur erneuten Kostensteigerung? 

Beim Kulturhaus handelt es sich um einen Bau im Bestand. Es ist grundsätzlich möglich, dass Ereignisse eintreten, die vorab nicht vorhersehbar waren. Dazu zählten beispielsweise Wandflächen, die in den Bestandszeichnungen als tragende Wände vermerkt waren und als künftige Deckenauflager genutzt werden sollten. Beim Rückbau wurde festgestellt, dass diese zum Teil statisch unwirksam waren und im Ganzen zurückgebaut und neu erstellt werden mussten. Die Mehrkosten entstehen außerdem beispielweise durch

  • Mehrmassen im Bereich Aushub, Mauerwerk oder Estrich
  • Preissteigerungen durch Bauzeitverzüge in Folge Bauablaufstörungen z.B. im Zusammenhang mit den Erschwernissen im Rahmen der Grundwasserabsenkung und befürchteten Beeinträchtigungen bereits vorhandener Bebauung z.B. durch Handschachtungen und umfangreiches Grundwassermonitoring, längere Gerüststandzeiten, geänderte Ausführung z.B. als Ersatz für die durch Vandalismus beschädigte Trafostation, die vertraglichen Anpassungen durch allgemein gestiegene Lohn- und Materialkosten als Folge von Tarifverhandlungen, Ukraine- und Irankrieg etc., insbesondere dann, wenn Vertragsfristen nicht eingehalten werden konnten
  • Forderungen zur Baustellenbewachung durch die Bau BG oder
  • Einhausung und Winterbeheizung.

Wäre ein Baustopp sinnvoll? 

Aktuell sind knapp 90 % der Aufträge für den Bau des Kulturhauses vergeben. Eine frühe Beauftragung und damit frühe Bindung der Preise ergibt vor dem Hintergrund nach wie vor stetig steigender Marktpreise auch Sinn. Ein Baustopp im Sinne einer Aufgabe des Projekts ist daher zum jetzigen Stand nicht zu empfehlen, da die Stadt als Auftraggeber den bereits gebundenen Firmen gegenüber dann schadenersatzpflichtig wäre. Teilweise wurden als Kostensicherungsmaßnahme bereits wichtige Komponenten der noch ausstehenden Ausstattung für die technische Ausrüstung oder Bühnentechnik gegen eine „Bürgschaft“ geordert. 

Bedeuten die Kostensteigerungen nun Einsparungen an anderen Stellen? 

Das wird im Rahmen des Haushaltskonsolidierungsprozesses geprüft. Nach derzeitigem Stand können wir die Vorgaben der Kommunalaufsicht für den Haushalt 2026 dennoch weiterhin einhalten. 

Wie viele Ausschreibungen stehen noch aus? Könnten noch weitere Kostensteigerungen auftreten? 

Da ein Großteil der Ausschreibungen mit den größten Kostenanteilen bereits erfolgt ist und die Aufträge erteilt wurden, ist das Restrisiko von Kostensteigerungen aus der Auftragslage heraus relativ gering, jedoch nicht grundlegend ausgeschlossen, da beispielsweise auch zunächst Auftragnehmer gefunden werden müssen, was ggf. zu weiteren Zeitverzügen mit einhergehenden Kostensteigerungen führen kann. Es sind zum jetzigen Zeitpunkt noch die Wand- und Bodenbeläge sowie Tischlerarbeiten auszuschreiben. 

Welche Maßnahmen werden ergriffen, um mögliche Kostensteigerungen einzudämmen?

Das ist ein sehr breites Register an Möglichkeiten, das aktuell komplett bespielt wird. Dazu zählen enge Terminabstimmungen, um weitere Zeitverzüge gering zu halten. Auch werden Ausführungsarten ausführlich diskutiert, um hier Kosten und Nutzen (z.B. in Hinblick auf die Terminschiene) gegeneinander abzuwägen. Arbeiten, die zum jetzigem Zeitpunkt in anderen Bauteilen parallel ausgeführt werden können, werden vorgezogen, um ein durchgängiges Arbeiten zu ermöglichen. Materialbestellungen erfolgen frühzeitig. Der Einsatz von Vertragsstrafen wird gegen die Terminrisiken abgewogen, um einige Beispiele zu nennen. 

Wie ist der aktuelle Stand der Baustelle?

Die Baustelle Kulturhaus wurde am 22.07.2024 eingerichtet, und die nicht statischen Abbrucharbeiten sind zwischenzeitlich abgeschlossen worden.

Die Baufelder Foyer und Bühnenturm wurden vorbereitet. Dafür wurden 3000 m³ Boden abgefahren und das Bestandsgebäude wurde im Bereich des Foyers abgefangen. Der Bereich "Bühnenturm" folgte ab 24.05.2025, und die Gebäudeanschlüsse für die Anbauten stehen vor der Ausführung. Um im weiteren Bauverlauf ein paralleles Arbeiten zu ermöglichen, sind die Arbeiten in mehreren Partien getaktet. 

Die Arbeiten im Bestand stellen sich wie folgt dar: 

  • Nordflügel (Künstlerumkleiden): Die Maurerarbeiten sind zu 97 % abgeschlossen. Die Rohbauinstallation der TGA-Gewerke musste aufgrund der Witterung und anhaltenden Schneefälle aufgrund fehlender sicherer Zuwegungen und Verschiebungen der Vorgewerke (z.B. Kernbohrungen und Trockenbau) leider verschoben werden. Die Arbeiten der TGA-Gewerke haben in dem Bereich begonnen. Die ersten Lüftungskanäle sowie Kabeltrassen und Versorgungsleitungen wurden schon verlegt. Im Winter wurde eine Baubeheizung über die Fernwärme eingebaut, so dass die TGA-Gewerke nach Herstellung der Vorleistungen witterungsabhängig in den Bereichen Bauteil C/D arbeiten konnten. Es wurde in dem Bereich der größte Teil der Trockenbauwände einseitig gestellt, so dass die TGA Gewerke auch hier ihre Einbauteile sowie Leitungen und Schächte setzen können. Im Dachgeschoss werden aktuell die TGA-Leitungen verlegt, damit die Anschlüsse für noch einzubringende Lüftungsgeräte erfolgen können. Außerdem wurde hier in Teilbereichen vom Rohbauer der offene Verbundestrich erweitert und ausgeglichen. Der Maler bringt derzeit eine Flüssigabdichtung in den Bereichen auf, wo die Lüftungsgeräte stehen werden bzw. die großen Lüftungskanäle verlaufen, da man später dort nicht mehr herankommt. Das Dach wurde in diesem Bauabschnitt zum größten Teil zurückgebaut und nach neuestem Stand wieder hergestellt. Zudem wird zwischen Bauteil C/D und dem Saal die Kastenrinne, die den Wasserablauf zwischen den beiden Gebäuden gewährleistet, entsprechend gedichtet neu hergestellt. Die neuen Fenster wurden in diesem Bereich zu 80 % verbaut. Im Kellergeschoss, Bauteil D, wurden die Unebenheiten des alten Verbundestrichs mit einer Betonfräße geglättet. Dieses ist für die Neuabdichtung der Fußböden von Nöten, dass keine hervorstehenden Steine-Betonstellen die Neue Abdichtung beschädigen würden. Es wurde in diesem Bereich eine Bitumen-Dichtbahn als Abdichtung gegen aufsteigende Feuchtigkeit verlegt. Diese bildet auch die Vorleistung für die TGA-Gewerke, die ihre Leitungen zum Teil auf der Rohsohle verlegen, damit diese später unter dem Estrich liegen. Auch hier werden die Lüftungsschächte und Kabeltrassen gesetzt. 
  • Mitteltrakt (Saal): Die Decken und Wände sind abgebrochen, und die neue Saalgeometrie ist erkennbar. Im Bereich der Kegelbahn wurde die Sohle ergänzt. Im neuen Saalbereich wurden die Unebenheiten des alten Estrichs mit einer Betonfräße geglättet. Dieses ist für die Neuabdichtung der Fußböden von Nöten, damit keine hervorstehenden Steine Betonstellen die neue Abdichtung beschädigen. Hier wird zum jetzigen Zeitpunkt ein Arbeitsgerüst im ganzen Saal gestellt. Dieses ist für die Arbeiten des Dachdeckers, Maurers, Betonbauers sowie der Zimmerleute notwendig, damit diese parallel arbeiten können. Im Anschluss wird dieses durch die TGA-Gewerke genutzt. Im Zwischenbereich Saal/Gastronomie wurden die alten Wände Richtung Saalseite zurückgebaut. Hier wurden zwei neue Decken sowie eine neue Wand über die komplette Saallänge gezogen, von der dann auch die späteren Zugänge zum Saal erfolgen.
  • Südflügel (Gastro): Die letzten Stahlträger wurden eingebaut. Derzeit werden neue Wände gestellt, um die Räumlichkeiten und Größen dem neuen Bestand anzupassen. Für die die neuen durchgängigen Fußböden und Deckenhöhen wurden die beiden alten Decken im Zwischenraum Mitteltrakt/Südflügel entfernt. Die erste Zwischendecke ist eingebaut und betoniert worden. Der neue Lastenaufzug (Fahrstuhl) wurde im Bestand bewehrt und betoniert. Im DG wurden die letzten Wände fertig gestellt. Die Kernbohrungen in dem Bereich sind fertiggestellt. An der Außenfassade wird im Bereich der schwarzen Wanne das Schutzmauerwerk sowie die alte Abdichtung zurückgebaut, damit in dem Bereich die neue Abdichtung sowie die Anschlüsse der Gebäudetechnik ausgeführt werden können. 
  • Bühnenturm: Nach wie vor erfolgt die Grundwasserabsenkung, um die Erdarbeiten und das Erstellen der neuen Sohle für des Bühnenturm sowie des Orchestergrabens zu ermöglichen. Diese Arbeiten mussten mit dem Einsatz einer zusätzlichen Hybridpumpe ergänzt werden, da die Boden- und Wasserverhältnisse es zu diesem Zeitpunkt erforderten. Die Sägearbeiten an der HDI Unterfangung sind fertig gestellt, die Anschlüsse zur alten Abdichtung sauber zurück gebaut, so dass zum jetzigem Zeitpunkt eine neue Abdichtung erfolgen kann. Die Sauberkeitsschicht aus Beton wurde fertiggestellt und die erste Schalung der neuen Fundamente gestellt. 
  • Foyer: Im Bereich des Foyers läuft die Grundwasserabsenkung. Es wird die Abdichtung des alten Sockelbereiches mit den neuen Anschlüssen ausgeführt, so dass im nächsten Arbeitsgang die Erstellung der neuen Sohle erfolgen kann. Die Arbeiten am Foyer haben begonnen. Der Bereich wurde mit einem kleinen Gerüst eingehaust um die Temperaturen der Grundierungen und der Abdichtungen zu gewährleisten das die Arbeiten ohne Unterbrechung ausgeführt werden können. Das Los-Fest Flansch System wurde in der 8 KW zur Anbindung vorbereitet. Der Sockelbereich wurde sauber frei gelegt, so dass ab sofort die Abdichtung erfolgen kann und der Los-Festflansch Anschluss sauber angeschlossen werden kann. 
  • Entwässerung im Außenbereich: Die Tanks für die Sprinkleranlage sind befüllt worden und das Erdreich wieder so angeglichen, dass der Bereich wieder frei nutzbar ist. Die Grundwasserabsenkung in dem Bereich der Sprinkler Tanks wurde wieder zurück gebaut. 
  • Derzeit sind 10-15 Handwerker*innen vor Ort, Tendenz steigend.